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Obdachlosigkeit
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Obdachlosigkeit ist eine Lebenslage, in der Menschen keinen festen Wohnsitz haben und im Üffentlichen Raum, im Freien oder in zwangsgemeinschaftlichen Notunterkßnften ßbernachten. Die Mehrzahl der Obdachlosen in den Industriestaaten ist männlich, unter den Obdachlosen machen Männer etwa 70 % aus. Davon ist Wohnungslosigkeit zu unterscheiden: Ende 2022 hatten 607.000 Menschen in Deutschland nach Angaben der Bundesregierung keine eigene Wohnung und 50.000 davon waren obdachlos.cite-ref-1[1]
Langzeitobdachlose sind heute in den meisten GroĂstädten präsent. Abfällige Bezeichnungen wie âPennerâ, âSandlerâ oder die Gleichsetzung mit Bettlern sind im städtischen Alltag weit verbreitet. Eine romantisch-verklärende Sicht findet sich im franzĂśsischen Begriff Clochard.
Häufig sind Opfer von Naturkatastrophen wie Erdbeben und Ăberschwemmungen, aber auch von ZerstĂśrungen infolge von BĂźrgerkriegen oder Kriegen zumindest fĂźr einige Zeit lang ohne Obdach. Dabei wirken sich vergleichbare Ereignisse in Entwicklungsländern aufgrund geringerer Ressourcen tendenziell stärker aus als in wohlhabenderen Ländern.
Contents
⢠Begriffsumfeld
⢠Obdach
⢠Häufigkeit
⢠Wohnungslos
⢠Obdachlos
⢠Untergebrachte
⢠Kritik
⢠Ursachen
⢠Folgen
⢠Ăsterreich
⢠Ungarn
⢠Obdachlosenhilfe
⢠Betreutes Wohnen
⢠Selbsthilfe
⢠Housing First
⢠Duschmobile
⢠âUlmer Nestâ
⢠Zitat
⢠Film
⢠Fotografie
⢠Literatur
⢠Rechtsfragen
⢠Einzelfragen
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Begriffsumfeld
Obdach
Der Begriff Obdach bezeichnet âeine Unterkunft, die Schutz vor den Unbilden des Wetters bietet, Raum fĂźr die notwendigsten LebensbedĂźrfnisse lässt und insgesamt den Anforderungen an eine menschenwĂźrdige Unterkunft entsprichtâ,cite-ref-2[2] umgangssprachlich also ein âDach Ăźber dem Kopfâ.cite-ref-3[3]
Bezeichnungen fĂźr Obdachlose
Die von Obdachlosigkeit betroffenen Personen werden wahlweise als Obdachloser, Wohnsitzloser, Nichtsesshafter (wegen NS-Vorbelastung des Begriffs kaum noch verwendet), Zigeuner, Penner, Clochard, Vagabund, Landstreicher, Stadtstreicher, Herumtreiber, Trebegänger, Tippelbruder, Berber, Nomade, PfrĂźndner bezeichnet. Fast alle diese Begriffe haben abwertenden Charakter.cite-ref-4[4] In Ăsterreich ist der Ausdruck Sandler gebräuchlich. Dieses Wort leitet sich von mittelhochdeutsch seine ab, was so viel wie âträge, langsamâ bedeutet.cite-ref-5[5]cite-ref-6[6]cite-ref-7[7]
Vorgeschlagen wurde der Begriff wohnungslose Menschen.cite-ref-8[8]
âPlatte machenâ
âObdachlos seinâ bedeutet, auĂerhalb einer Wohnung Ăźbernachten zu mĂźssen, zum Beispiel in Parkanlagen, unter BrĂźcken, auf Bänken, in Hauseingängen, auf Baustellen und in BahnhĂśfen oder in NotunterkĂźnften oder Notschlafstellen. Eine umgangssprachliche Bezeichnung fĂźr diese Lebensweise ist âPlatte machenâ,cite-ref-9[9] âPlatte schiebenâ oder âauf Platte seinâ. âPlatteâ nennt man den Schlafplatz von Obdachlosen: auf der StraĂe, auf einer Parkbank, unter einer BrĂźcke, Ăźber einem LĂźftungsschacht, im Eingang eines Hauses oder einer Garage, im Park oder Wald. Viele Obdachlose nutzen immer denselben Platz zum Ăbernachten, ihren Stammplatz. TagsĂźber sind sie unterwegs, ihr ganzes Hab und Gut nehmen sie immer mit, in TĂźten und Taschen, manchmal in einem Rucksack oder einem Anhänger, damit ihnen nichts gestohlen wird. Gelegentlich nutzen Obdachlose auch leerstehende Gebäude oder Ruinen als Schlafplatz oder um ihre Habseligkeiten aufzubewahren. Im Gegensatz zur Hausbesetzung wird allerdings keine Sichtbarkeit und Inbesitznahme angestrebt.
Wohnungslosigkeit
Von der Obdachlosigkeit ist die Wohnungslosigkeit zu unterscheiden. Obdachlose Personen kĂśnnen (oder wollen) keine adäquate Bleibe nutzen oder sie sind auf reine NotunterkĂźnfte oder Notschlafstellen angewiesen. Dagegen verfĂźgen wohnungslose Personen lediglich nicht Ăźber eigene Wohnräume und finden anderweitig Unterkunft.cite-ref-10[10] Nicht obdachlos, sondern lediglich wohnungslos sind demnach Menschen, die vorĂźbergehend in Herbergen, Hotels, Frauenhäusern oder bei Verwandten wohnen. Ebenso sind sogenannte Sofa-Hopper, die kurzfristig Unterschlupf bei Freunden finden und sich âvon Sofa zu Sofa hangelnâ,cite-ref-11[11] nicht obdachlos.
Der Status wohnungsloser Personen ist nicht auf den ersten Blick erkennbar. Viele Betroffene wollen aus Scham auch selbst ihre Wohnungslosigkeit vor der Ăffentlichkeit verbergen. Deshalb wird in diesem Zusammenhang oftmals von âverdeckterâ oder âversteckter Wohnungslosigkeitâ gesprochen.cite-ref-12[12]
Wohnsitzlosigkeit
Die Begriffe wohnsitzlos und Wohnsitzloser besagen, dass jemand keinen festen Wohnsitz hat. Sie werden vergleichsweise selten verwendet und sind vorwiegend in der Verwaltungssprache gebräuchlich.cite-ref-13[13] Ebenso wie Wohnsitzlosigkeit werden sie vor allem in folgenden Zusammenhängen verwendet:
⢠Verwaltung: FĂźr BehĂśrden ist der Wohnsitz beziehungsweise das Fehlen eines Wohnsitzes von Belang. In Deutschland besteht die Pflicht, den Wohnsitz beim Einwohnermeldeamt anzumelden (Meldepflicht). Die Ăźbliche Bezeichnung lautet hierzulande âohne festen Wohnsitzâ. VerwaltungsbehĂśrden und SteuerbehĂśrden sind häufig zuständig, wo der BĂźrger seinen gewĂśhnlichen Aufenthalt hat oder zuletzt hatte (§3 Abs. 1 Nr. 3 Verwaltungsverfahrensgesetz).
⢠Ordentliche Gerichtsbarkeit: Der allgemeine Gerichtsstand ist bei natßrlichen Personen im Normalfall der Wohnsitz, nach § 16 ZPO bei wohnsitzlosen Personen der Aufenthaltsort, falls unbekannt der letzte Wohnsitz. Auch im Strafverfahren ist ein Gerichtsstand neben dem Tatort auch am Wohnsitz begrßndet (§8 Abs. 2 StPO)
Im Zivilverfahren kann durch Üffentliche Bekanntmachung zugestellt werden, wenn der Aufenthaltsort des Empfängers unbekannt ist. Gegenßber BehÜrden hat ein Beteiligter ohne Wohnsitz oder gewÜhnlichen Aufenthalt der BehÜrde auf Verlangen innerhalb einer angemessenen Frist einen Empfangsbevollmächtigten im Inland zu benennen. Unterlässt er dies, gilt ein an ihn gerichtetes Schriftstßck am siebenten Tage nach der Aufgabe zur Post und ein elektronisch ßbermitteltes Dokument am vierten Tage nach der Absendung als zugegangen.
Seit 2016 hat jeder, der einen rechtmäĂigen Aufenthalt in der Europäischen Union hat, Anspruch auf ein Jedermann-Konto (Basiskonto). Dieser Anspruch umfasst nach §31 Abs. 1 Zahlungskontogesetz ausdrĂźcklich auch Menschen ohne festen Wohnsitz und Asylsuchende sowie Personen ohne Aufenthaltstitel, die aber aus rechtlichen oder tatsächlichen GrĂźnden nicht abgeschoben werden kĂśnnen. Der Zugang zu sonstigen Finanzdienstleistungen kann jedoch erschwert sein, da sie häufig an den Wohnsitz anknĂźpfen, es sei denn die Verträge stammen aus einer Zeit, zu der der Wohnsitzlose noch einen Wohnsitz hatte.
Wohnsitzlosigkeit bezeichnet jedoch nicht speziell den Umstand, dass die Person zwar keine eigene Wohnung hat, aber dennoch behelfsweise in einer Wohnung leben und Ăźbernachten kann, etwa bei Verwandten oder Freunden. In diesem Fall spricht man von Wohnungslosigkeit (siehe oben).
Geschichte und Entwicklung
Geschichte bis zum Mittelalter
Obdachlosigkeit gibt es seit langer Zeit. Fast alle bekannten Religionen thematisieren sie. Im Mittelalter zogen Bettler umher â nach der christlichen Lehre legitim und ehrenhaft. Arme sollten aufgrund ihres Leides im Diesseits schneller in den Himmel kommen. Reiche Menschen hatten die MĂśglichkeit zur SĂźndenvergebung, indem sie den BedĂźrftigen Almosen gaben. Die BedĂźrftigen sollten im Gegenzug fĂźr die Vergebung der SĂźnden des Spenders beten.cite-ref-16[16]
Reformation und Absolutismus
Beginnend in der Reformationszeit fĂźhrte ein Wandel der Gesellschaft viele Menschen in Armut und Besitzlosigkeit. Der DreiĂigjährige Krieg machte zudem sehr viele obdachlos. Bereits vor dem Ende des deutschen Reiches wurden erste Regeln im Umgang mit den Armen getroffen, wie nach PrĂźfung auf BedĂźrftigkeit ausgehändigte Bettelabzeichen, oder Wanderverbote, die eine Gabe von Almosen an ortsfremde Obdachlose unter Strafe stellten.cite-ref-17[17]
Im Absolutismus verabschiedete man sich endgßltig von der mittelalterlichen Weise im Umgang mit Obdachlosigkeit und ächtete sie. Protestantische Nßtzlichkeitsethik und Merkantilismus als Wirtschaftssystem begrßndeten eine gesellschaftliche Moral, in der sich die menschliche Ehre vor allem auf Leistung, materiellen Verdienst, den eigenen Beitrag zur Finanzierung des Staates bezog. Die hierarchisch geprägte Gesellschaft mit unterschiedlichen Klassen sah Arme ohne Erwerbstätigkeit als Plage und zunehmend auch als Asoziale, die umerzogen werden mßssten. Zuchthäuser wurden eingefßhrt, in denen Vagabunden Zwangsarbeit zur Besserung leisten mussten. Die Zuchthäuser stellten einen Produktivitätsfaktor dar, von dem die Gesellschaft profitierte. Ein Zuchthausaufenthalt endete nach der Willkßr des Personals in der Regel nur, um Platz fßr Nachrßcker zu schaffen.
Ab dem 19. Jahrhundert
Erst mit der Bauernbefreiung im frĂźhen 19. Jahrhundert änderte sich die gesellschaftliche Situation der Obdachlosen wieder.cite-ref-18[18] In den Zuchthäusern waren nur noch Straftäter. Obachllose wurden zur vermeintlichen Sicherung und Besserung dennoch weiterhin in Arbeitshäuser eingewiesen. Wanderarbeitsstätten versorgten und beherbergten umherwandernde Obdachlose gegen Arbeit. Immer noch stellten Gesetze die Landstreicherei unt Bettelei unter Strafe und schränkten die MĂśglichkeiten der Umherziehenden dadurch stark ein. Aus dem Protestantismus heraus entstand eine Bewegung, die sich fĂźr eine wesentliche Verbesserung der sozialen Probleme der verarmten BevĂślkerung einsetze. Theodor Fliedner grĂźndete 1826 die Rheinisch-Westfälische Gefängnisgesellschaft mit dem Ziel der Resozialisierung der Betroffenen. Friedrich von Bodelschwingh, der GrĂźnder Bethels bei Bielefeld, nannte die Obdachlosen âBrĂźder der LandstraĂeâ. Mit seinem Konzept âArbeit statt Almosenâ versuchte er, ihnen ihre WĂźrde zurĂźckzugeben. Er grĂźndete 1882 die erste deutsche Arbeiterkolonie in Wilhelmsdorf. Als Abgeordneter des preuĂischen Landtages setzte er 1907 das Wanderarbeitstättengesetz mit durch. Seine letzte GrĂźndung Hoffnungstal, 15 km nĂśrdlich von Berlin, dokumentiert seine Zuwendung zu den Betroffenen. Jeder Bewohner erhielt in den Schlafbaracken eine eigene Kabine mit Bett, Schrank, Tisch und Stuhl, die ihm im Gegensatz zu den Obdachlosenasylen der Stadt einen persĂśnlichen Raum schuf. Während des späten 19. Jahrhunderts und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts versuchten Sozialverbände durch Bewahrungsgesetze jenseits der Strafjustiz durch MaĂnahmen der FĂźrsorge vor sich selbst zu schĂźtzen. Diese Bestrebungen wurden allerdings nicht umgesetzt. Im Nationalsozialismus wurden Obdachlose als Asoziale verfolgt und neben der Einweisung in Arbeitshäuser z. B. durch die Aktion âArbeitsscheu Reichâ in Konzentrationslager eingewiesen. In der Bundesrepublik Deutschland wurde die Einweisung in ein Arbeitshaus durch Gerichte durch die GroĂe Strafrechtsreform von 1969 abgeschafft.
Einen ähnlichen Ansatz verfolgte in Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg der Priester AbbÊ Pierre. Auf ihn geht die Stiftung Emmaßs zurßck, die in Frankreich flächendeckend Projekte fßr Obdachlose anbietet und in zahlreichen Initiativen weltweit vernetzt ist.
Häufigkeit
In Deutschland ist die Zahl der Obdachlosen und Wohnungslosen in keiner Bundesstatistik erfasst, was von Wohlfahrtsverbänden, Politikern und Journalisten immer wieder kritisiert wird.cite-ref-19[19] Bundesweit gibt es Schätzungen, die von Wohlfahrtsverbänden aufgestellt werden. Auch die Anzahl vollstreckter Zwangsräumungen wird statistisch bisher nicht erfasst.cite-ref-20[20]
Wohnungslos
Die Zahl der Wohnungslosen (ohne Aussiedler) lag 1999 bei 440.000 und ist bis 2008 kontinuierlich auf 223.000 gesunken.cite-ref-bagw2008-21-0[21] Fßr das Jahr 2006 schätzte die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) die Verteilung der Wohnungslosen auf 11 % Kinder, 25 % Frauen, 64 % Männer.cite-ref-bagw-22-0[22] Fßr das Jahr 2009 schätzte sie 235.000 Wohnungslose.cite-ref-bagw2009-23-0[23] Fßr 2014 gibt die BAG W die Zahl der Wohnungslosen mit 335.000 an mit steigender Tendenz. Der Anteil der Frauen stieg dabei auf 28 %.
Obdachlos
Ganz ohne Unterkunft auf der StraĂe lebten in Deutschland im Jahre 2018 rund 41.000 Menschen.cite-ref-24[24] Die Zahl der Personen, die ohne jeglichen Wohnraum auf der StraĂe leben, wird von der BAG W fĂźr die Jahre 2002 bis 2008 mit etwa 20.000 angegeben.cite-ref-bagw2008-21-1[21] 2004 schätzte die BAG W folgende Zahlen: Auf der StraĂe lebten etwa 20.000, davon 2.000 Frauen; zudem schätzte sie 5.000 bis 7.000 StraĂenkinder.cite-ref-25[25] FĂźr das Jahr 2009 schätzte sie 18.000 Obdachlose.cite-ref-bagw2009-23-1[23]
Zählung in Berlin â "Nacht der Solidarität"
Anfang 2020 wurden in Berlin an einem Abend bei einer nicht-repräsentativen Zählung tausender Freiwilliger nur 1.976 Obdachlose angetroffen. Bei vorangegangenen Schätzungen waren 6.000 bis 10.000 Obdachlose angegeben worden.cite-ref-26[26] Die Zählung wurde vor allem von wohnungslosen Menschen und Selbstvertretunginitiativen kritisiert: So wurde nur auf StraĂen, nicht aber auf FriedhĂśfen, in Parks, Wäldern, Baustellen, DachbĂśden usw. gezählt, auch Menschen, die nicht offensichtlich als obdachlos wahrgenommen wurden, sind nicht erfasst worden. Auch hätten nicht wenige obdachlose Menschen sich dieser Zählung entzogen, in dem sie ihre Ăźblichen Aufenthaltsorte verlassen haben. Das Berliner BĂźndnis Gemeinsam gegen Obdachlosigkeit und Zwangsräumungen forderte: Leerstand zählen statt obdachlose Menschen.cite-ref-27[27] Eine erneute geplante Zählung wurde â nicht zuletzt wegen der massiven Kritik an der Zählung und weil sich daraufhin nicht genĂźgend Zählende meldeten â schlussendlich abgesagt.cite-ref-28[28]
Untergebrachte
| Stichtag | Deutsche | Ausländer |
|---|---|---|
| 31. Januar 2025 | 65.665 | 474.675 |
| 31. Januar 2024 | 61.545 | 439.465 |
| 31. Januar 2023 | 60.185 | 372.060 |
| 31. Januar 2022 | 55.035 | 178.145 |
Das statische Bundesamt erhebt seit 2022 aufgrund § 2 WoBerichtsG, wie viele Menschen ohne Wohnung von Kommunen in Einrichtungen untergebracht waren.cite-ref-code22971-29-1[29] Am 31. Januar 2025 waren 474.700 Menschen in Not- und GemeinschaftsunterkĂźnften oder Ăźberlassenen Wohnungen untergebracht, davon 29 % aus der Ukraine;cite-ref-30[30] ihnen wurden vorĂźbergehend Räume oder Wohnungen Ăźberlassen oder Ăbernachtungsgelegenheiten zur VerfĂźgung gestellt, ohne dass dies durch einen eigenen Mietvertrag, einen Pachtvertrag oder durch ein dingliches Recht abgesichert war, einschlieĂlich in (teil-)stationären Einrichtungen beziehungsweise im betreuten Wohnen der Wohnungslosenhilfe freier Träger untergebrachter.cite-ref-code22971-29-2[29] Die tatsächlich auf der StraĂe lebenden Personen fehlen in dieser Statistik.
Kritik
Medien berichteten 2017 von einem Anstieg der Zahl obdachloser Minderjähriger. Einzelne Projekte helfen obdachlosen Jugendlichen, indem sie ihnen eine Postadresse, Mahlzeiten und Hilfe beim Umgang mit BehÜrden anbieten.cite-ref-31[31]
Auf der StraĂe lebe auĂerdem eine groĂe Zahl Menschen aus Osteuropa ohne Anspruch auf Sozialhilfe und ohne Unterkunft. Manche arbeiten als TagelĂśhner auf dem âArbeiterstrichâ.cite-ref-32[32] In diesem Zusammenhang wird behauptet, dass der Grund hierfĂźr nicht etwa Armutszuwanderung sei, sondern strukturelle politische Ursachen wie die âAusgrenzung des kleinen Teils der Zuwanderer, die wirklich hilfsbedĂźrftig sindâ,cite-ref-33[33] aus dem Hilfesystem des Staates.
Ursachen
Obdachlosigkeit wird meist als ein Zusammenspiel persĂśnlicher (individueller) und gesellschaftlicher (struktureller) Faktoren erklärt. Individuelle Faktoren sind etwa fehlende Ausbildung, Drogenabhängigkeit, psychische Krankheit und Kriminalität. Strukturelle Faktoren sind Wohnungsnot oder ein Mangel an Arbeitsplätzen; auĂerdem vermehrte Zuwanderung und die Deinstitutionalisierung der Unterbringung psychisch Kranker.
Wohlfahrtsverbände wie die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) weisen darauf hin, dass Obdachlosigkeit keinesfalls nur persÜnliche Ursachen hat, sondern vielmehr auch gesellschaftliche Grßnde. Zuerst werden hier die zunehmende Armut in Deutschland sowie der Wohnungsmangel besonders in Ballungsgebieten genannt.cite-ref-34[34]
Zu den Faktoren, die zur Obdachlosigkeit fĂźhren kĂśnnen, gehĂśren:
⢠Scheidung oder Tod eines Lebensgefährten oder nahen Verwandten
⢠Arbeitslosigkeit, fehlende Schulbildung oder unvollständige Berufsbildung
⢠Krankheit (meist psychische StÜrungen wie Schizophreniecite-ref-37[37], PersÜnlichkeitsstÜrungen,cite-ref-38[38] Suchterkrankungen (Spielsucht), seltener auch kÜrperliche Leiden)
⢠Gefängnisaufenthalt und mangelhafte oder fehlende Resozialisierung nach der Freilassung
⢠Verlust des Wohnraums infolge von Naturkatastrophen
⢠Einer Studie zufolge erhÜht das Erleiden eines Schädel-Hirn-Traumas die Wahrscheinlichkeit, im Verlauf des weiteren Lebens irgendwann von Obdachlosigkeit betroffen zu sein.cite-ref-39[39]cite-ref-40[40]
Häufige Ursachen von Obdachlosigkeit bei Kindern und Jugendlichen sind:
⢠materielle Not und Obdachlosigkeit der gesamten Familie
⢠Flucht vor Gewalt oder Missbrauch im Elternhaus
⢠wechselnde Bezugspersonen, Heimunterbringung, fehlendes Urvertrauen
Als konkreter Anlass fßr die Obdachlosigkeit steht die Zwangsräumung wegen Mietschulden an erster Stelle. Weitere Anlässe kÜnnen sein: Kßndigung nach vertragswidrigem Gebrauch der Wohnung (z. B. infolge eines Messie-Syndroms).
Folgen
Die Folgen von Obdachlosigkeit sind vielfältig. Sie betreffen Leib und Leben sowie den Charakter der Betroffenen. Am sichtbarsten sind die Verwahrlosung und Verelendung. Die Folgen der Obdachlosigkeit im Einzelnen sind zum Beispiel:
⢠Wegfall der vom Staat gewährten sozialen Sicherheit
⢠unzureichende Hygiene
⢠unzureichende Ernährung, Mangelerscheinungen
⢠Krankheiten, insbesondere durch mangelnde Hygiene, hÜhere Infektionswahrscheinlichkeit, Fehl- und Unterernährung; Abwehrschwäche
⢠erhĂśhtes Risiko, Opfer gewalttätiger oder sexueller Ăbergriffe zu werden, etwa Vergewaltigungen, Diebstahl, Raub,cite-ref-41[41] vereinzelt auch kĂśrperliche Gewalt bis zu TĂśtungsdelikten
⢠Veränderungen des Charakters durch das âLeben auf der StraĂeâ, Diskriminierung durch die Ăźbrige BevĂślkerung, soziale Isolation und Beschaffungskriminalität
Laut der englischen Studie Homelessness: A Silent Killer der Universität Sheffield haben Obdachlose im Durchschnitt eine um 30 Jahre geringere Lebenserwartung.cite-ref-42[42]
Rechtliche Behandlung
Bundesrepublik Deutschland
In Deutschland wird hinsichtlich der rechtlichen Betrachtung der Obdachlosigkeit zunächst eine Unterscheidung zwischen âfreiwilligerâ und âunfreiwilligerâ Obdachlosigkeit getroffen.
Freiwillig obdachlos ist, wer selbstbestimmt und in voller Absicht ohne âein Dach Ăźber dem Kopfâ lebt. Nach der herrschenden Rechtsauffassung ist diese Lebensweise bei Erwachsenen ein zu duldender Zustand.cite-ref-43[43] Die Entscheidung einer Person, ununterbrochen im Freien zu leben, ist Ausdruck der Wahrnehmung des nach Art. 2 Abs. 1 Grundgesetz geschĂźtzten Grundrechtes jeder natĂźrlichen Person auf allgemeine Handlungsfreiheit. Allerdings ist dieses Recht zumeist nur eingeschränkt wahrnehmbar, da viele Gemeinden in Deutschland das Ăbernachten, Zelten oder Wohnen im Ăśffentlichen Raum mittels Polizeiverordnung reglementieren und mit BuĂgeldandrohungen fĂźr Zuwiderhandlungen versehen. Zudem ist es in bestimmten Fällen notwendig, eine ladungsfähige Anschrift anzugeben oder einen Zustellungsbevollmächtigten zu benennen.
Unfreiwillig obdachlos ist hingegen, wer ânicht Tag und Nacht Ăźber eine Unterkunft verfĂźgt, die Schutz vor den Unbilden des Wetters bietet, Raum fĂźr die notwendigsten LebensbedĂźrfnisse lässt und insgesamt den Anforderungen an eine menschenwĂźrdige Unterkunft entsprichtâ,cite-ref-44[44] und mit diesem Zustand nicht einverstanden ist. Die unfreiwillige Obdachlosigkeit gefährdet mehrere IndividualrechtsgĂźter einer Person. Zu diesen zählen u. a. die Garantie der MenschenwĂźrde (Art. 1 Abs. 1 GG), das Recht auf Leben, auf Gesundheit und kĂśrperliche Unversehrtheit (Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG) sowie gegebenenfalls auch das Grundrecht auf Eigentum (Art. 14 GG).cite-ref-45[45] Sie stellt nach dem Polizei- und Ordnungsrecht der Bundesländer eine Gefahr fĂźr die âĂśffentliche Sicherheitâ dar.cite-ref-46[46]
Landkreise, Städte und Gemeinden mĂźssen in ihrer Rolle als SicherheitsbehĂśrden unfreiwillig obdachlosen Personen, die sich finanziell bzw. auch persĂśnlichkeitsbedingt nicht selbst eine Unterkunft verschaffen kĂśnnen, auf Antrag ein vorläufiges und befristetes Unterkommen einfacher Art zur VerfĂźgung stellen.cite-ref-47[47] Die Unterkunft muss dabei nicht den allgemeinen Anforderungen an eine Mietwohnung entsprechen, da sie von vornherein nur eine NotlĂśsung darstellt und auf einige Wochen oder jedenfalls wenige Monate angelegt ist. Es besteht somit nur Anspruch auf eine Unterbringung einfacher Art ohne jeglichen Komfort. Die Rechtsprechung betrachtet eine Obdachlosenunterkunft als ausreichend, wenn sie zeitweilig Schutz vor Witterung und Raum fĂźr die notwendigsten LebensbedĂźrfnisse sowie einen beheizbaren Aufenthaltsraum bietet. Auch sollten die Hausratgegenstände vorhanden sein, welche zum täglichen Leben unentbehrlich sind (z. B. Tisch, Stuhl, Bett, Schrank, KochmĂśglichkeit und Waschstelle). FlieĂendes heiĂes Wasser sowie die MĂśglichkeit von Fernseh-, Internet- oder Radioempfang gehĂśrt jedoch nicht zu den Anforderungen.cite-ref-48[48]
Ăsterreich
Obdachlosigkeit ist nicht an sich verboten, jedoch geraten Obdachlose oft in Konflikt mit verwaltungsrechtlichen Vorschriften wie Bettel- und Kampierverboten, Lärmschutz-, Reinhalte- und Naturschutz-Vorschriften sowie auch Alkoholverboten und Anstandsgesetzen. Obdachlose halten sich auch häufig in Ăśffentlich zugänglichen privaten (bzw. privatisierten) Räumen wie Einkaufszentren, Parkgaragen und BahnhĂśfen auf, wo sie unter Umständen gegen das Hausrecht verstoĂen und von privaten Sicherheitsdiensten (Security) verfolgt werden. Die Rechtsprechung der HĂśchstgerichte ist gegenĂźber offensichtlicher Obdachlosigkeit restriktiv,cite-ref-49[49] und wilde Zeltlager werden Ăśsterreichweit meist geräumt.cite-ref-50[50]
England und Wales
Der Housing (Homeless Persons) Act von 1996 sowie die zugehĂśrige Homelessness (Priority Need for Accommodation) Order aus dem Jahr 2000 weisen in England und Wales den Gemeinden die Pflicht zur Unterbringung Obdachloser zu. Diese haben jedoch das Vorliegen eines Anspruchs auf Unterbringung vorab zu prĂźfen. Ein Anspruch besteht nur fĂźr âunfreiwilligâ (s. o.) obdachlose britische BĂźrger und Personen mit einem dauerhaften, rechtmäĂigen Aufenthalt. Weiterhin wird hier nach der SchutzbedĂźrftigkeit verschiedener Personengruppen markant priorisiert. So wird z. B. Familien mit Kindern regelmäĂig Priorität vor der Unterbringung von erwachsenen Einzelpersonen eingeräumt.cite-ref-51[51] Im Zeitraum 2014/2015 unterteilten sich dementsprechend die Personen, welchen einen Anspruch auf Obdachlosenunterbringung zugesprochen wurde, zu 72 % in Haushalte mit Kindern und zu 22 % in erwachsene Einzelpersonen.cite-ref-52[52]
Gleichzeitig gibt es gesetzliche MaĂnahmen, die der Verdrängung Obdachloser aus dem Ăśffentlichen Raum Vorschub leisten: Der Anti-social Behaviour, Crime and Policing Act von 2014 erlaubt es der Polizei nach eigenem Ermessen, einen Platzverweis gegenĂźber Personen auszusprechen, die âandere Personen in der Ăffentlichkeit belästigen oder in Aufregung oder in Sorge versetzen oder hierzu beitragenâ oder âdas Auftreten von Straftaten oder StĂśrungen der Ăśffentlichen Ordnung am jeweiligen Ort befĂźrchten lassen oder hierzu beitragenâ.cite-ref-53[53]
Diese sehr weit gefasste Allgemeinbefugnis umfasst regelmäĂig auch die Wegweisung von Obdachlosen von Schlafplätzen im Ăśffentlichen Raum.cite-ref-54[54]
Ungarn
In Ungarn sind (Stand September 2013) viele der (laut UN-Schätzung 30.000 bis 35.000) Obdachlosen von einem neuen Gesetz betroffen, welches das Ăbernachten im Freien verbietet. Seitdem haben Städte und Gemeinden das Recht, Obdachlose nach Belieben aus bestimmten Gegenden auszuweisen. Bei VerstĂśĂen drohen Geld- und Gefängnisstrafen. Die Regierung OrbĂĄn begrĂźndete das Gesetz mit Sorge âum die Ăśffentliche Ordnung und Sicherheit, die allgemeine Gesundheit und kulturelle Werteâ.cite-ref-55[55]
Wissenschaftliche Erforschung
Ursachenforschung
Eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Obdachlosigkeit gab es erst in der Weimarer Republik (ab 1919). Ludwig Mayer verÜffentlichte eine Studie ßber einen Wandertrieb und sah Obdachlosigkeit als psychische Krankheit.cite-ref-56[56] Tatsächlich fßhrte das dazu, dass wegen Landstreicherei kaum jemand verurteilt wurde, weil Psychologen einen Wandertrieb diagnostizierten; ein bei NomadenvÜlkern besonders häufiges Gen sei davon die Ursache.
Lionel Thelen erklärt mit Berufung auf Pierre Bourdieu und Donald Winnicott die dauerhafte Beibehaltung des Status Obdachlosigkeit Ăźber soziale Prozesse innerhalb der Obdachlosenszene.cite-ref-57[57] Obdachlose wĂźrden, um sich innerhalb der Szene einen Rest persĂśnlicher Behauptung zu bewahren, die letzten sozialen Verbindungen zur sesshaften AuĂenwelt kappen. Thelen sieht darin einen Teufelskreis, der zu emotionaler Stumpfheit und Entpersonalisierung fĂźhre. Nach Thelen fĂźhrt längere Obdachlosigkeit zu âsozialer Nacktheitâ und einem âexil de soiâ, dem Exil vom Selbst, oder einem âNeben-sich-Stehenâ, welches die PersĂśnlichkeit schwäche und die RĂźckholung in die Gesellschaft und die Arbeit von sozialen Institutionen erheblich erschwere.cite-ref-58[58]
Obdachlosendiskriminierung
Obdachlose Menschen sind in einem besonderen MaĂe Anfeindungen ausgesetzt. In diesem Zusammenhang entstand auch der Begriff Obdachlosendiskriminierung. Das Forschungsprojekt Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit misst die Abwertung von Personengruppen in Deutschland, so auch von Obdachlosen. Der Leiter des Projekts Wilhelm Heitmeyer mutmaĂt, dass eine in Studien des Projekts festgestellte zunehmende Abwertung von Obdachlosen mit einer Ăkonomisierung der sozialen Zusammenhänge einhergeht, der zufolge Menschen stärker nach dem Kriterium der NĂźtzlichkeit betrachtet und als ânutzlosâ empfundene Langzeitarbeitslose und Obdachlose abgewertet wĂźrden. Eine gruppenspezifische Abwertung bildet die Grundlage fĂźr Hasskriminalität, also fĂźr Gewalttaten, die sich lediglich aus der ZugehĂśrigkeit des Opfers zu einer als minderwertig wahrgenommenen Gruppe speisen. Seit den 2010er Jahren wird in den Medien Ăźber städtebauliche MaĂnahmen der sogenannten defensiven Architektur berichtet, die Obdachlose etwa davon abhalten soll, auf Bänken im Ăśffentlichen Raum zu schlafen.
Medien berichteten ßber Gewalt gegenßber Obdachlosen bis hin zu Totschlag und Mord. Eine Auswertung der gemeldeten Straftaten deutete im Jahr 2004 nach Auffassung eines Berliner Sozialwissenschaftlers oft auf kleine Gruppen von Jugendlichen mit rechtsextremem Hintergrund hin.cite-ref-60[60] Eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der PDS-Fraktion im Jahre 2001 hatte diese Behauptung nicht bestätigen kÜnnen.cite-ref-61[61]
Obdachlosenhilfe
Zwangsgemeinschaftliche Notschlafstellen
Viele Landkreise, Städte und Gemeinden, sowie auch religiÜse und private Organisationen, betreiben zwangsgemeinschaftliche Notschlafstellen, häufig Massenunterkßnfte, die in der Regel tagsßber wieder verlassen werden mßssen. Dort kÜnnen obdachlose Menschen befristet ßbernachten und duschen und auf die Toilette gehen. Nur wenige Einrichtungen dieser Art bieten die MÜglichkeit zu kochen, Wäsche zu waschen und Sachen in einem versperrbaren Spind aufbewahren zu kÜnnen.
Die Zustände in diesen Massennotunterkßnften fßr obdachlose Menschen werden häufig als menschenunwßrdig bezeichnet. Nicht wenige obdachlose Menschen meiden diese Unterkßnfte.
FĂźr den Tagesaufenthalt obdachloser Menschen gibt es in vielen Städten Tagesaufenthaltsstätten. Gelegentlich werden dort Mahlzeiten angeboten und Postadressen (fĂźr den Briefverkehr mit Gerichten, Ămtern und BehĂśrden) vergeben.
Betreutes Wohnen
Betreutes Wohnen ist eine unselbständige Wohnform, bei der das Wohnen in einem mĂśblierten Einzelzimmer oder einer Garçonnière zusammen mit einer sozialarbeiterischen UnterstĂźtzung angeboten wird. Betreutes Wohnen wird von staatlichen und privaten wohltätigen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) angeboten und wird meist vom Staat finanziell bezuschusst. Die Benutzer schlieĂen mit dem Betreiber in der Regel einen Dienstleistungsvertrag (Nutzungsvertrag) und keinen echten Mietvertrag.
Die rechtliche Grundlage fĂźr Betreutes Wohnen stellt der §67 Sozialgesetzbuch ZwĂślftes Buch dar: "Hilfe in besonderes Lebenslagen". Dort ist ausgefĂźhrt: "Personen, bei denen besondere Lebensverhältnisse mit sozialen Schwierigkeiten verbunden sind, sind Leistungen zur Ăberwindung dieser Schwierigkeiten zu erbringen, wenn sie aus eigener Kraft hierzu nicht fähig sind."
Selbsthilfe
Das Spektrum der Selbsthilfe bei Obdachlosigkeit umfasst:
⢠Das Schlafen auf der StraĂe, dem Gehsteig, auf Parkbänken oder unter BrĂźcken (engl. "rough sleeping");
⢠Sofasurfing, das Ăbernachten bei Verwandten oder Freunden;
⢠Schlafen in Kellern, Abbruchhäusern, Garagen, BahnhÜfen und ähnlichen Bauten;
⢠Wohnen in Kraftfahrzeugen wie Wohnmobilen, Kastenwagen und PKW;
⢠improvisierte Unterkßnfte wie Zelte und Wohncontainer (Biwakschachteln, Hotelkapseln) aus Pappe und Kunststoff.
Gelegentlich bilden sich ausgedehnte Zeltlager in städtischen Parks, die meist nach kurzer Zeit wegen sanitärer und sicherheitspolizeilicher Missstände zwangsgeräumt werden (vgl. den Dschungel von Calais).
Housing First
Housing First, auch ârapid re-housingâ genannt, ist ein relativ neuer Ansatz aus der US-amerikanischen Sozialpolitik beim Umgang mit Obdachlosigkeit und eine Alternative zum herkĂśmmlichen System von NotunterkĂźnften und vorĂźbergehender Unterbringung. Seit einigen Jahren wird der Ansatz auch in Deutschland, GroĂbritannien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Portugal und Ăsterreich umgesetzt.
Der Koalitionsvertrag fĂźr die 20. Legislaturperiode sieht vor, junge Wohnungslose mit Housing-First-Konzepten zu fĂśrdern.cite-ref-62[62]
Duschmobile
âUlmer Nestâ
In Ulm wird seit Dezember 2019 in einem Pilotprojekt â begleitet von der Universität Kassel â das Angebot âUlmer Nestâ erprobt. Ein von innen verschlieĂbares Holzgehäuse soll Obdachlosen im Winter Schutz bieten.cite-ref-65[65]
Obdachlosenzeitungen
In vielen Städten der Welt werden StraĂenzeitungen von Obdachlosen verkauft. Geschrieben und herausgegeben werden die Wochen- oder Monatszeitungen meist von Profis. Ziel ist es, Obdachlose durch eine eigene Geschäftstätigkeit â hier der Verkauf â in Selbstwirksamkeit zu bringen. Sie Ăźbernehmen Verantwortung, pflegen Kontakt zu den Käufern (die ihrerseits mit Obdachlosigkeit in BerĂźhrung kommen), enthalten mindestens die Hälfte des Verkaufspreises und zunehmend lernen einige auch in der Redaktion mitzuarbeiten. In Deutschland gibt es bereits 40 verschiedene Zeitungen, in Ăsterreich zwĂślf, in der Schweiz zwei. Die Zeitungen haben sich in Deutschland und weltweit zu einem Dachverband zusammengeschlossen. Berichtet werden Lebensgeschichten, Einblicke in das Leben auf der StraĂe, Gedanken zu Sozialpolitik, dem Leben in der Stadt und vieles mehr. Manche Zeitungen bieten auch eine offene Universität oder StadtfĂźhrungen durch Obdachlose.
Soziale Bewegungen und Selbstvertretungen
Immer wieder gibt es Versuche und Initiativen zur Organisation obdachloser Menschen, die teilweise von ihnen selbst, teilweise von auĂen angestoĂen werden. Beispielsweise ist hier die Bruderschaft der Vagabunden um Gregor Gog zu nennen, die mit Kunstausstellungen, einer Zeitschrift Der Kunde sowie mit einem Vagabundenkongress auf sich aufmerksam machte. Die Bruderschaft der Vagabunden wurde 1933 von der NSDAP zerschlagen.
In den späten 80er Jahren des 20. Jahrhunderts versuchte der obdachlose Hans Klunkelfuss mit seinen Berber-Briefen, die als Vorläufer der heutigen StraĂenzeitungen gelten kĂśnnen, an die Idee der politischen Bewegung obdachloser Menschen anzuknĂźpfencite-ref-66[66]
Im Jahr 1991 organisierte Willy Drucker im Hans-Hergot-Turm in Uelzen einen âKongress der Kunden und Vagabunden, Obdach- und Besitzlosenâ.cite-ref-67[67]
Im Zuge der Verbreitung des World Wide Web wurden obdachlose Menschen auch im Internet aktiv. Im Jahr 2004 erĂśffnete Richard Brox eine Adressensammlung von Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe im Internet, zunächst unter dem Namen âKurpfälzer Wandersmannâ, später als Blog mit dem Titel âOhne Wohnung â was nun?â.cite-ref-68[68] FĂźr seine Arbeit wurde er 2012 fĂźr den Deutschen Engagementpreis des Bundesverbands Deutscher Stiftungen nominiert, im Jahr 2014 fĂźr den Panter-Preis der taz.cite-ref-69[69]
Ein weiteres Beispiel fĂźr Selbstvertretung obdachloser Menschen ist die von JĂźrgen Schneider im Jahr 2007 ins Leben gerufene âBerber-Infoâ, eine Internet-Plattform, die Informationen fĂźr wohnungslose Menschen, in der Regel Anlaufstellen, NotĂźbernachtungen, Beratungsstellen usw., bereitstellt. Aus der Berber-Info ging 2012 das Armutsnetzwerk hervor.
RegelmäĂig jährlich veranstaltete die Landes-Arbeits-Gemeinschaft wohnungsloser Menschen Berbertreffen, zu denen obdachlose Menschen eingeladen wurden. Das 13. und bislang letzte Berbertreffen fand 2009 im St. Ursula-Heim in Offenburg statt.
Auf Initiative von Stefan Schneider und JĂźrgen Schneider vom Armutsnetzwerk wurden in Kooperation mit der Wohnungslosenhilfe der Stiftung Bethel in Freistatt einwĂśchige Wohnungslosentreffen organisiert, die seit 2016 einmal jährlich im Sommer an wechselnden Orten stattfinden. Daraus hervorgegangen ist die Wohnungslosenstiftung â Gesellschaft fĂźr Selbstvertretung wohnungsloser Menschen und Empowerment auf AugenhĂśhe. Die Wohnungslosenstiftung verfolgt das Ziel, obdachlosen Menschen zu ermĂśglichen, âsich fĂźr ihre eigenen Belange und Interessen einzusetzen, eigene Aktionen, Initiativen und Projekte zu planen und zu verwirklichen und so ihre Lebenslage nachhaltig und selbstbestimmt zu verändern und zu verbessernâ. Die Wohnungslosenstiftung organisiert im FrĂźhjahr und Herbst an wechselnden Orten offene Netzwerktreffen fĂźr obdachlose und wohnungslose Menschen.
Obdachlosigkeitserfahrene Aktivisten und Buchautoren wie Janita Juvonen, Richard Brox, AndrÊ Hoek und Jßrgen Schneider, Linda Rennings reisen durch Deutschland, um auf Üffentlichen Veranstaltungen, Tagungen, Lesungen auf Grundlage ihrer Erfahrungen und eigenen Einschätzungen auf die Lage wohnungsloser Menschen aufmerksam zu machen und ihre Sicht auf das Problem mitzuteilen.
Zitat
âObdachlos zu sein wäre gar nicht so schwer, wenn es die Nacht nicht gäbe.â
â
SĂĄndor LĂŠnĂĄrd
:
Am Ende der Via Condotti. RĂśmische Geschichten.
dtv, MĂźnchen 2017, S. 104.
Obdachlosigkeit als Thema in der Kunst
Film
Obdachlosigkeit ist Gegenstand zahlreicher Filme. Beispielhaft seien hier genannt:
⢠Der Stadtstreicher ist der zweite Kurzfilm des deutschen Regisseurs Rainer Werner Fassbinder. Er wurde in Mßnchen im November 1966 in Schwarzweià gedreht. Dieser Film ist stark von dem franzÜsischen Film Im Zeichen des LÜwen von Eric Rohmer ßber einen Clochard beeinflusst (1959).
⢠Im 2015 produzierten deutschen Fernsehfilm Ein Teil von uns spielen Brigitte Hobmeier als Tochter Nadja und Jutta Hoffmann als ihre obdachlose Mutter Irene. Jene taucht immer wieder Ăźberraschend im Leben der Kinder auf. Das Drehbuch zum Film schrieb Esther Bernstorff, Regie fĂźhrte Nicole Weegmann. Die meisten der AuĂenaufnahmen entstanden in MĂźnchen. Das Fernsehspiel aus dem Jahr 2016 mit 86 Minuten Länge erhielt diese Preise: 2016 beim FernsehFilmFestival Baden-Baden den Zuschauerpreis als bester Film, beide Hauptdarstellerinnen fĂźr ihre Leistungen und Bestes Drehbuch. 2017 ging ein Grimme-Preis an die Produktion.
Siehe auch: Kategorie:Obdachlosigkeit im Film
Fotografie
Obdachlosigkeit und insbesondere obdachlose Menschen sind seit den Anfängen der Fotografie Gegenstand zahlreicher fotografischer Arbeiten. Beispielhaft seien erwähnt die Arbeiten von Emil Kläger in der Wiener Kanalisation oder in neuerer Zeit die Arbeiten von Karin Powser, die selbst ehemals obdachlos war.
Vorlage:Infobox Gemälde/Wartung/Museum
Der japanische Fotograf Manabu Yamanaka fotografierte in seiner ersten Serie Arakan (japanisch âder Wertvolleâ) japanische Obdachlose. Ein Arakan oder Rakan (von Sanskrit arhat âder Wertvolleâ) ist ein Anhänger des Buddhismus, der sich von allen irdischen WĂźnschen losgesagt hat und jenseits von Leben und Tod steht. Obwohl er das Stadium der Erleuchtung bereits erreicht hat, bleibt er als Vorbild auf der Erde. Durch den Titel rĂźckt der Fotograf die Abgebildeten in die Nähe von erleuchteten Anhängern des Buddhismus. Es gelingt Yamanaka, einen Obdachlosen als Erleuchteten darzustellen und sich damit von der gängigen Abwertungen dieser Randgruppe unabhängig zu machen.cite-ref-259-70-0[70]
Literatur
LiteraturĂźbersichten
⢠Claus Paegelow: Bibliografie Wohnungsnot und Obdachlosigkeit / Bibliography Homelessness and Housing Shortage. Selbstverlag Claus Paegelow, Bremen 2008, ISBN 978-3-00-025307-2 (deutsch/englisch).
Allgemeine EinfĂźhrungen
⢠Jßrgen Malyssek, Klaus StÜrch: Wohnungslose Menschen: Ausgrenzung und Stigmatisierung. 2. Auflage. Freiburg 2021, ISBN 978-3-7841-1867-3.
⢠Ronald Lutz, Titus Simon: Lehrbuch der Wohnungslosenhilfe. Eine Einfßhrung in Praxis, Positionen und Perspektiven. Juventa Verlag, Weinheim 2007, ISBN 978-3-7799-2200-1.
⢠Claus Paegelow: Handbuch Wohnungsnot und Obdachlosigkeit. Paegelow, Bremen 2006, ISBN 3-00-017872-4.
⢠Norbert Preusser: ObDach, Eine Einfßhrung in die Politik und Praxis sozialer Aussonderung. Beltz, Weinheim/Basel 1993, ISBN 3-407-55720-5.
⢠Eckhard Rohrmann (Hrsg.): Ohne Arbeit â ohne Wohnung. Wie Arme zu âNichtseĂhaftenâ werden. Edition Schindele, Heidelberg 1987, ISBN 3-89149-133-6.
⢠Franz Koch: Wohnungsnot und Obdachlosigkeit: soziale Folgeprobleme und Entwicklungstendenzen. Expertise des Paritätischen Bildungswerkes Nordrhein-Westfalen, 1993.
⢠Ekke Ulf Ruhstrat (Hrsg.): Ohne Arbeit keine Wohnung, ohne Wohnung keine Arbeit! Entstehung und Verlauf von Wohnungslosigkeit. VSH, Bielefeld 1991, ISBN 3-923074-25-5.
⢠Ralf KÜnen: Wohnungsnot und Obdachlosigkeit im Sozialstaat. Campus, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-593-34312-6.
Geschichte der Obdachlosigkeit
⢠Wolfgang AyaĂ: Wohnungslose im Nationalsozialismus. Begleitheft zur Wanderausstellung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe. Bielefeld 2007, ISBN 978-3-922526-64-3.
⢠JĂźrgen Scheffler (Hrsg.): BĂźrger & Bettler. Materialien und Dokumente zur Geschichte der NichtseĂhaftenhilfe in der Diakonie. Bd. 1: 1854 bis 1954. Bielefeld 1987, ISBN 3-922526-03-9.
⢠Wolfgang John: ⌠ohne festen Wohnsitz⌠Ursache und Geschichte der NichtseĂhaftigkeit und die MĂśglichkeiten der Hilfe. VSH-Verlag, Bielefeld 1988, ISBN 3-923074-11-5.
Begriffsgeschichte
⢠Wolfgang AyaĂ: Vagabunden, Wanderer, Obdachlose und Nichtsesshafte: eine kleine Begriffsgeschichte der Hilfe fĂźr Wohnungslose. In: Archiv fĂźr Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit. 44, 2013, S. 90â102.
⢠Wolfgang AyaĂ, âAsozialâ. Aufstieg und Niedergang eines Kernbegriffs sozialer Ausgrenzung, Freiburg i. Br. 2023. ISBN 978-3-7841-3682-0.
Rechtsfragen
⢠Eugen Ehmann: Obdachlosigkeit in Kommunen. Ratgeber mit Mustern, Beispielen und Rechtsprechungshinweisen. 3. Auflage. Richard Boorberg Verlag, Stuttgart/Mßnchen 2019, ISBN 978-3-415-06412-6.
⢠Karl-Heinz Ruder, Frank Bätge: Obdachlosigkeit, Sozial- und ordnungsrechtliche MaĂnahmen zu ihrer Vermeidung und Beseitigung. 2. Auflage. Carl Link Kommunalverlag, KĂśln 2018, ISBN 978-3-556-07132-8.
⢠Prävention von Wohnungslosigkeit in Nordrhein-Westfalen. Im Auftrag des Ministeriums fßr Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Bremen 2014 (PDF)
⢠Georg Huttner: Die Unterbringung Obdachloser durch die Polizei- und OrdnungsbehÜrden. Kommunal- und Schul-Verlag, Wiesbaden 2014, ISBN 978-3-8293-1048-2.
⢠Frank-Walter Steinmeier: Tradition und Perspektiven staatlicher Intervention zur Verhinderung und Beseitigung von Obdachlosigkeit. Dissertation 1991. Bßrger ohne Obdach. Zwischen Pflicht zur Unterkunft und Recht auf Wohnraum. VSH-Verlag Soziale Hilfe, Bielefeld 1992, ISBN 3-923074-32-8.
Obdachlosigkeit und Krankheit
⢠Brigitte Anna Holly: Obdachlos und krank. Ăber die Zusammenhänge zwischen Obdachlosigkeit und psychischer Erkrankung. AV Akademieverlag, 2015, ISBN 978-3-639-84126-8.
⢠Klaus NouvertnÊ, Theo Wessel, Christian Zechert (Hrsg.): Obdachlos und psychisch krank. Psychiatrie-Verlag, Bonn 2002, ISBN 3-88414-268-2.
⢠Manfred M. Fichter: Psychiatrie der Obdachlosigkeit. In: Hanfried Helmchen (Hrsg.): Psychiatrie der Gegenwart. Band 3: Psychiatrie spezieller Lebenssituationen. Springer, Berlin 2000, ISBN 3-540-65800-9.
Berichte Ăźber Obdachlose
⢠Richard Brox, Sylvia Rizvi, Albrecht Kieser (Hrsg.): Deutschland ohne Dach. Die neue Obdachlosigkeit. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Hamburg 2023, ISBN 978-3-499-01140-5 (mit einem Vorwort von Gßnter Wallraff).
⢠Katrin Holinski, Kathrin Krahl (Hrsg.): Zuhause bedeutet fßr mich eigentlich, ein Zuhause zu haben, ganz einfach. Erfahrungen von Obdachlosigkeit und Migration. Heinrich-BÜll-Stiftung Sachsen, Dresden 2019, ISBN 978-3-946541-32-5.
⢠Matthias Unterwegs: Ohne Obdach. Leben auf der StraĂe. Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2016, ISBN 978-3-96008-433-4.
⢠Robert Lukas Sanatanas: Obdachlos. Porträts vom Leben auf der StraĂe. Herder Verlag, 2016, ISBN 978-3-451-31327-1.
⢠Katrin Panier: Die dritte Haut. Geschichten von Wohnungslosigkeit in Deutschland. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2006, ISBN 3-89602-711-5.
⢠Rßdiger Heins: Von Berbern und Stadtratten. Lamuv, GÜttingen 1998, ISBN 3-88977-506-3.
⢠RĂźdiger Heins: Zuhause auf der StraĂe. Lamuv, GĂśttingen 1996, ISBN 3-88977-434-2.
⢠Rßdiger Heins: Obdachlosenreport. Zebulon, Dßsseldorf 1993, ISBN 3-928679-11-2.
⢠Manfred E. Neumann, Willi Schraffenberger: Platte machen. Vom Leben und Sterben auf der StraĂe. Quell, Stuttgart 1992, ISBN 3-7918-2702-2.
Romane mit dem Schwerpunkt Obdachlosigkeit
⢠Markus Ostermair: Der Sandler. Roman. Osburg Verlag, Hamburg 2020, ISBN 978-3-95510-229-6.
⢠Leonie Ossowski: Die Maklerin. Roman. Berliner Verlag, 2007, ISBN 978-90-78432-58-6.
Literatur von Obdachlosen
⢠Hans Ostwald: Vagabunden. Ein autobiographischer Roman. Comino-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-945831-15-1 (Neue Ausgabe des 1900 erschienenen Buches).
⢠Richard Brox: Kein Dach ßber dem Leben: Biographie eines Obdachlosen. Rowohlt Verlag, 2017, ISBN 978-3-499-63294-5 (Sachbuch, Betreiber einer Beratungswebseite).
⢠Dominik Bloh: Unter Palmen aus Stahl. Die Geschichte eines StraĂenjungen. Beltz 2021. ISBN 978-3-407-81256-8
⢠AndrÊ Hoek: Unter freiem Himmel. Wie ich obdachlos wurde und den Weg zurßck ins Leben fand. Riva, Mßnchen 2022, ISBN 978-3-7423-2201-2.
⢠Janita Juvonen: Die Anderen â die Harte Realität der Obdachlosigkeit. Voima Verlag, Horgen, Schweiz 2023, ISBN 978-3-907442-31-9.
⢠Richard Brox: Deutschland ohne Dach. Die neue Obdachlosigkeit. Mit Albrecht Kieser und Sylvia Rizvi, Vorwort Gßnter Wallraff. Rowohlt, Hamburg 2023, ISBN 978-3-499-01140-5
⢠Dominik Bloh: Die StraĂe im Kopf. Kampenwand Verlag 2024, ISBN 978-3986601911
⢠Linda Rennings: Rebellin der StraĂe â Weiblich und Wohnungslos. Rowohlt Verlag, 2024, ISBN 978-3-499-01478-9.
⢠Tex Brasket, Christian Schlodder: Dreck und Glitzer: Eine Geschichte von der StraĂe und vom Licht an dunklen Orten. Kiepenheuer & Witsch, KĂśln 2024, ISBN 978-3-462-00777-0.
Einzelfragen
⢠Melanie Loehwing: Homeless Advocacy and the Rhetorical Construction of the Civic Home. Pennsylvania State University Press, University Park 2018, ISBN 978-0-271-08215-8.
⢠Volker Busch-Geertsema: âAuf der StraĂeâ â Kinder und Jugendliche mit Lebensmittelpunkt in Ăśffentlichen Szenen Bremens. Gesellschaft fĂźr innovative Sozialforschung und Sozialplanung e. V. (GISS), Bremen 1999.
Weblinks
Commons
: Obdachlosigkeit
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Obdachlosigkeit
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
⢠Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e. V. Deutscher Dachverband
⢠Wohnungslosen_Stiftung Interessenverband von Menschen mit Wohnungslosigkeitserfahrung im deutschsprachigen Raum
⢠Begriffsdefinitionen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe in Ăsterreich
⢠Informationsseite bei der Diakonie Deutschland
⢠Themenseite bei evangelisch.de
⢠European Federation of National Organisations Working with the Homeless (FEANTSA)
⢠Prof. Volker Faust: Obdachlosigkeit und seelische StÜrung
Einzelnachweise
cite-note-11. â Ursachen von Obdachlosigkeit. In: Deutschlandfunk. Deutschlandradio, 24. Januar 2024, abgerufen am 30. Juni 2024.
cite-note-22. â OVG Greifswald, Beschluss vom 21.7.2009 â Az.: 3 M 92/09 in NJW 2010. S. 1096 f.
cite-note-33. â Duden | Obdach | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft. Abgerufen am 16. September 2023.
cite-note-44. â Wolfgang AyaĂ: âVagabunden, Wanderer, Obdachlose und Nichtsesshafteâ: eine kleine Begriffsgeschichte der Hilfe fĂźr Wohnungslose. In: Archiv fĂźr Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit. Band 44, 2013, S. 90â102.
cite-note-55. â Die Herkunft des "Sandler". Abgerufen am 16. September 2023.
cite-note-66. â Robert Sedlaczek: Sprache - Abgesandelt oder total am Sand? 27. August 2013, abgerufen am 16. September 2023.
cite-note-77. â Duden | Sandler | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft. Abgerufen am 16. September 2023.
cite-note-88. â Kommentar zur Einbindung von Erfahrungsexpert*innen. Abgerufen am 31. Dezember 2024.
cite-note-99. â Ulrich Ammon u. a.: VariantenwĂśrterbuch des Deutschen. 2004, ISBN 3-11-016575-9, S. 578.
cite-note-1010. â Begriffsdefinitionen von Obdachlosigkeit, Wohnungslosigkeit und prekärer Wohnversorgung. Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe, abgerufen am 26. Oktober 2018.
cite-note-1111. â Daniel Godeck: Alle jungen Leute haben ein Smartphone â aber nicht unbedingt einen festen Wohnsitz. In: SZ.de (SĂźddeutsche Zeitung). 10. Februar 2018, abgerufen am 26. Oktober 2018.
cite-note-1212. â Vgl. etwa Susanne Gerull: Wohnungslosigkeit in Deutschland. In: bpb.de (Bundeszentrale fĂźr politische Bildung). 5. Mai 2014, abgerufen am 24. Oktober 2018.
cite-note-1313. â Vgl. Duden online: wohnsitzlos und Wohnsitzloser mit dem Hinweis âbesonders Amtsspracheâ.
cite-note-1414. â Vgl. Duden online: Synonyme zu Wohnsitzloser und Synonyme zu Obdachloser. Es werden weitgehend dieselben Synonyme angegeben.
cite-note-1515. â Beispiel: Obdachlos in Hessen: Auf der Suche nach Wärme. In der Einleitung dieses Artikels werden Obdachlosigkeit und Wohnsitzlosigkeit als Synonyme verwendet.
cite-note-1616. â Gesine LĂśtzsch: Wohnen ist ein Menschenrecht. In: Die Linke. Partei die Linke, 23. September 2010, abgerufen am 30. Juni 2024.
cite-note-1717. â P. Lepenies: Armut : Ursachen, Formen, Auswege. C. H. Beck, 2017, ISBN 978-3-406-69813-2, S. 21â24.
cite-note-1818. â Es entstanden auch im bĂźrgerlichen Lager Bewegungen, die sich fĂźr die Rechte der Obdachlosen einsetzten. Beispielsweise schrieb ein Leser der Times im Jahr 1864 an die Redaktion einen Brief, der sich mit den âarmen Leuten, die morgens in die Parks kriechen, um ein wenig Schlaf zu bekommenâ auseinandersetzte. âDiese halbverhungerten, halbnackten armen Schlucker zu vertreiben wäre ein hĂśchst verabscheuungswĂźrdiges und liederliches Unterfangen, zudem Ăźbrigens ein illegales.â Der Autor bemĂźhte zur Beschreibung des Lebensstandards der Obdachlosen den Begriff: âThe homeless and horselessâ, also die Obdach- und Pferdelosen. (Ăbersetzt aus dem Englischen aus der Times vom 10. August 1864, S. 9)
cite-note-2020. â Zwangsräumungen und die Krise des Hilfesystems. (PDF) Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂźgbar) am 16. August 2015; abgerufen am 16. September 2023.
cite-note-bagw2008-2121. â Schätzung der Zahl der Wohnungslosen und der von Wohnungslosigkeit Bedrohten 200712008. (PDF) Abgerufen am 16. September 2023.
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